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Sei dabei beim Herumtollen des Lajkonik, folge seinem bunten Zug! Berühre
ein Stück lebendiger Krakauer Überlieferung!
Krakau ist eine Stadt, in der Legende und Tradition sich niemals von der
Moderne besiegen ließen. Der alljährliche Umzug des Lajkonik (auch als Pferdchen
von Zwierzyniec bezeichnet) ist dafür das beste Beispiel. Jedes Jahr zieht am
ersten Donnerstag nach Fronleichnam (siehe Kalender der Lajkonik-Umzüge
2012-2015) ein schwarzbärtiger, in ein buntes, orientalisches Kostüm gewandeter
Reiter auf einem weißen Holzpferdchen durch die Krakauer Straßen vom Stadtteil
Zwierzyniec zum Hauptmarkt. Außer den Zuschauerscharen begleiten den Lajkonik
ein Fähnrich, der eine majestätische Flagge mit Weißem Adler trägt, zwanzig
Weichselflößer in bunten Trachten und die achtköpfige Kapelle Mlaskoty
(Schnalzer), deren Musik dem Marsch den Rhythmus vorgibt. Die Ursprünge dieser
Krakauer Tradition sind unbekannt. Die Legende berichtet, dass der Lajkonik an
die Errettung Krakaus bei einem Tatarenüberfall im 13. Jahrhundert erinnert,
als die Flößer im vor den Toren der Stadt gelegenen Zwierzyniec die Angreifer
heldenhaft zurückschlugen und ihren Anführer töteten. Daraufhin zog einer der
wackeren Flößer die Gewänder des Khans über und zog im Triumphzug in die Stadt
ein, um den Einwohner den Sieg zu verkünden. Darüber, ob in dieser Geschichte
ein wahrer Kern steckt, sind sich die Historiker uneins; andere Erklärungen
suchen ihre Wurzeln in heidnischen Bräuchen oder Kirchenzeremonien. Mit
Sicherheit wissen wir jedoch, dass der Lajkonik schon seit einigen
Jahrhunderten alljährlich durch die Straßen der Stadt zieht und eines der
wichtigsten Krakauer Wahrzeichen ist. Dem Schutz und der Pflege dieser Tradition
hat sich das Historische Museum der Stadt Krakau verschrieben. Auf der Strecke
des Umzugs wird der gesamte Auto- und Straßenbahnverkehr eingestellt. Der bunte
Tatar sucht mit seinem Gefolge die örtlichen Geschäfte, Kneipen und Restaurants
heim, in denen er ein „Lösegeld“ einzieht. Besonders sehenswert ist der
schwierige Fahnentanz, den der Lajkonik auf seinem Umzug dreimal ausführt. Außerdem
teilt der Reiter unter den Passanten leichte Schläge mit seinem Streitkolben aus.
Diese versuchen auch gar nicht erst, den Schlägen auszuweichen, denn diese
sollen Glück bringen.
Der Umzug endet abends (etwa um 19:00 Uhr) auf dem Hauptmarkt, wo der
Lajkonik von den Krakauer Stadtvätern empfangen wird, als Tribut einen Sack
Geld entgegennimmt und anschließend einen Toast auf das Wohlergehen der Stadt
ausbringt.
Das weiße Pferd und die prächtige orientalische Tracht, in welcher der
Lajkonik den Krakauern erscheint, wurde vor über 100 Jahren nach einem Entwurf
von Stanisław Wyspiański angefertigt. In der reichen Verzierung sind
tatarische, türkische, persische und polnische Motive zu erkennen. Alles
zusammen wiegt etwa 40 Kilo und erfordert vom Lajkonik überdurchschnittliche Gewandtheit
und Ausdauer, insbesondere bei der Ausführung des traditionellen Fahnentanzes.
In den Jahren 2012-2015
findet der Lajkonik-Umzug an folgenden Tagen statt:
14. Juni 2012
06. Juni 2013
26. Juni 2014
11. Juni 2015
Die Strecke des Lajkonik-Umzugs:
Senatorska-Straße (12:00-13:00 Uhr) –Norbertanerinnenkloster in Zwierzyniec
(13:00-13:30 Uhr) – Kościuszki-Straße (13:30-15:00 Uhr) – Bar „Lajkonik“
(15:30-16:00 Uhr) – Zwierzyniecka-Straße (16:00-17:15 Uhr) – Tanz vor der
Krakauer Philharmonie (17:15-17:30 Uhr) – Franciszkańska- und Grodzka-Straße
zum Hauptmarkt (17:30-19:00 Uhr) – Finale auf dem Hauptmarkt (19:00-19:30 Uhr)
– Umzug um den Hauptmarkt (20:30-21:00 Uhr)
Orginal Name: "Pochod Lajkonika"
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